Spinnengemeinschaften in eingezäunten und nicht eingezäunten Waldgebieten

Art des Projekts: Doktorandenprojekt

Betreuer: Prof. Dr. Klaus Birkhofer, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg

Über das Projekt

Spinnen sind eine der am häufigsten vorkommenden Prädatorengruppen und kommen in einer Vielzahl von terrestrischen Ökosystemen vor. Spinnen sind für die menschliche Gesellschaft von großem Wert, da sie wichtige Ökosystemdienstleistungen erbringen, wie z. B. die Bekämpfung von Schädlingen in der Land- und Forstwirtschaft. 

Sie sind auch wichtige Indikatoren für Umweltveränderungen. Biotische und abiotische Faktoren wie die Struktur der Vegetation, Bodenfeuchtigkeit, Störungen und Bewirtschaftung bestimmen zum Teil die Zusammensetzung der Spinnengemeinschaften. Um bestimmte Waldgebiete vor Beweidung und anderen Arten von Störungen zu schützen, können Waldbesitzer die Gebiete mit einem Zaun abgrenzen. Weidende Tiere wie Rehe verändern die Struktur der Vegetation und das Fressverhalten der Wildschweine verändert die Bodenstruktur und -feuchtigkeit. Der Artenreichtum der Spinnen steht in einem positiven Zusammenhang mit einer höheren Komplexität der Vegetation und Heterogenität des Lebensraums, da dadurch die Anzahl der ökologischen Nischen erhöht wird.

Ziel der Studie ist es, die Zusammensetzung der Spinnengemeinschaften und ihrer Beutetiere in eingezäunten und nicht eingezäunten Parzellen in einem Wald zu vergleichen. Die Parzellen sind 10 x 10 m groß und bestehen aus 11 replizierten Behandlungsparzellen mit Zäunen im Vergleich zu angrenzenden, nicht eingezäunten Kontrollparzellen. Die Studie wird in einem Mischwald mit sandigen Böden durchgeführt, der zur Zwillenberg-Tietz Stiftung gehört. Die Spinnen werden innerhalb der Parzellen mit zwei Probenahmetechniken untersucht: Netzbauende Spinnen und ihre Beutetiere in den Vegetationsschichten werden durch visuelle Suche beprobt und von Hand eingesammelt. Da die Blattstreu nicht durch Handsammlung untersucht werden kann, wurde eine Siebtechnik verwendet, um Spinnen aus der Streu zu sammeln. Alle Spinnen und Beutetiere werden dann mit Hilfe eines Stereomikroskops identifiziert. Die erwarteten Ergebnisse werden nicht nur Einblicke in die Auswirkung von Jägerzäunen auf Spinnengemeinschaften geben, sondern auch Informationen über funktionelle Veränderungen in lokalen Spinnen-Beute-Nahrungsnetzen liefern.