Landnutzungskontraste und Randeffekte im ökosystemaren Vergleich

Art des Projekts: Forschungsprojekt des Fachgebiets Spezielle Zoologie (HU-Berlin) in den Schwerpunktregionen Naturpark Westhavelland, Internationalpark Unteres Odertal, Etosha Nationalpark und Great Limpopo Transfrontierpark

Leitung: Prof. Dr. Ulrich Zeller (Koordination: Dr. Thomas Göttert)

Laufzeit: April 2016 bis März 2019

Über das Projekt

Für einen effektiven Schutz von Biodiversität und natürlichen Ressourcen bedarf es nachhaltiger Landnutzungsstrategien, die in ein möglichst holistisches Forschungskonzept eingebettet sind. Die am Fachgebiet Spezielle Zoologie vorhandenen Erfahrungen im Zuge langjähriger Forschung und Ausbildung mit räumlichem Schwerpunkt in Brandenburg (v. a. NSG Havelländisches Luch) und in Sub-Sahara Afrika (v. a. in Namibia) bildeten das Gerüst für die Implementierung eines vergleichenden Ansatzes zur Bewertung von Randeffekten und Landnutzungskontrasten anhand von Fallbeispielen in der gemäßigten und semi-ariden Klimazone.

Weg mit GehölzstrukturenIm Zentrum stand die Hypothese, wonach aride und semi-aride Ökosysteme (klimatische Extremstandorte, relativ geringe anthropogene Überformung) besonders geeignet sind, als Beispielregion für das Verständnis der ökosystemaren Wechselbeziehungen, Randeffekte und Landnutzungskontraste innerhalb der Ökosysteme der gemäßigten Breiten zu fungieren.

Ziel des Projektes war es, durch vergleichende Betrachtungen organismischer Antwortmuster die Auswirkungen von Landnutzungssystemen auf Biodiversität und die Stabilität von Ökosystemen zu erfassen und die regional- bzw. situationsspezifischen Besonderheiten sowie die universell gültigen Gemeinsamkeiten klar herauszuarbeiten. Auf Grundlage dieses vergleichenden Ansatzes sollten nach und nach überregional gültige Adaptionsmechanismen ausgewählter Biodiversitätselemente mit Blick auf die Problematik „Randeffekte und Landnutzungskontraste im ökosystemaren Vergleich“ identifiziert werden.

Pflaumenweg auf LindeDas räumliche Zentrum bildete die Forschungsstation Linde, die im Zuge dieses Projektes effektiv und nachhaltig in ein vom Fachgebiet ausgehendes internationales Netzwerk akademischer und forschungsorientierter Institutionen eingebettet werden sollte. Das ehemalige Gut Linde mit der heutigen Forschungsstation ist ein idealer Ort für die Reflexion über die Wandlungsdynamik historisch gewachsener Lebensvielfalt und Landnutzung. Die Forschungsstation ist einerseits Ausgangspunkt für freilandökologische Untersuchungen (PhD- & MSc-Projekte) in Brandenburg (z. B. Naturpark Westhavelland, Internationalpark Unteres Odertal). Darüber hinaus ist sie internationales Begegnungszentrum von Studierenden und (Nachwuchs)Wissenschaftlern, die im Rahmen des internationalen Netzwerks und im Zuge bi-national betreuter Promotionsarbeiten (Humboldt-Universität zu Berlin, University of Namibia, Universidade Eduardo Mondlane) sowie vor dem Hintergrund regelmäßig stattfindender wissenschaftlicher Tagungen in der Forschungsstation gemeinsam an der (Neu)Bewertung globaler ökologischer Gesetzmäßigkeiten arbeiten, um historisch und gesellschaftlich verankerte Sichtweisen und Konzepte an die Lebenswirklichkeit einer globalisierten Welt anzupassen.

Artikel: “Landscape Transformation Influences Responses of Terrestrial Small Mammals to Land Use Intensity in North-Central Namibia