Windenergieanlagen, Fledermäuse und Greifvögel

Langzeitstudie über die Umweltverträglichkeit von Windenergieanlagen

Titel: Umweltverträglichkeit von Windenergieanlagen: Konfliktfeld Fledermäuse und Greifvögel

Art des Projekts: Langzeitstudie am Lehrstuhl für Spezielle Zoologie der Humboldt-Universität zu Berlin

Betreuer: Prof. Dr. Ulrich Zeller

Zeitraum: seit 2005

Abgeschlossene Arbeiten zu diesem Projekt:

  • Nadine Andreas: Aktivitäts- und Diversitätsmuster verschiedener Fledermausarten in ausgewählten Windparks der Nauener Platte (Brandenburg)
  • Christina Kuhlmann: Erfassung der Chiropterenfauna in ausgewählten Windparks der Nauener Platte (Brandenburg) – Eruierung von Konfliktpotenzialen

Über das Projekt

Seit 2005 werden am Lehrstuhl für spezielle Zoologie der Berliner Humboldt-Universität naturschutzrelevante Untersuchungen an Windenergieanlagen (WEA) der Nauener Platte durchgeführt, die mit 2.741 Hektar das größte Windeignungsgebiet der Region ist. Die staatliche Vogelschutzwarte Buckow bei Nennhausen wird bei der Langzeitstudie miteinbezogen.

Im Verlauf des Projekts sind bereits zahlreiche akademische Abschlussarbeiten  – Studienjahres-, Bachelor-, Diplom- und Masterarbeiten – entstanden. Als Langzeituntersuchung bildet es den Rahmen für fortlaufende Studienschwerpunkte, außerdem werden interessierten Studierenden Themen für Praktika und Abschlussarbeiten angeboten. Das übergeordnete Ziel ist die Identifikation von Faktoren, die dazu führen, dass Fledermäuse und Greifvögel mit WEA kollidieren. Denn nur so lassen sich Aussagen über das tatsächliche Konfliktpotenzial zwischen Windenergieanlagen und diesen Tiergruppen treffen.

Einen Schwerpunkt bildet die Analyse der Einflüsse verschiedener WEA-Parameter – wie Anlagentyp, Standort, Wetterbedingungen und Saisonalität – auf das Kollisionsrisiko. Um das tatsächliche Konfliktpotenzial abschätzen zu können, sind vor allem zwei Faktoren entscheidend: Zum einen die Erfassung der Mortalität an den Anlagen (Totfundsuche, Verschleppungsrate durch Prädatoren) und zum anderen die Einschätzung der Populationsdichte lokal vorkommender oder migrierender Individuen bzw. (Sub-)Populationen (Arterfassung mittels Netzfang und Ultraschalldetektoren). Derartige wissenschaftliche Untersuchungen und Bewertungen sind aus zwei Gründen unerlässlich: Zum einen können sie dazu beitragen, die anhaltende Diskussion über eine umweltverträgliche Nutzung regenerativer Energien zu versachlichen. Und zum anderen sind sie erforderlich, um innovative Strategien zur Konfliktvermeidung und -minimierung entwickeln zu können.