Nahrungsökologie der Waldohreule II

Titel: Untersuchung zur Nahrungsökologie der Waldohreule (Asio otus) auf unterschiedlich genutzten Flächen in Brandenburg

Art des Projekts: Masterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin

Betreuer: Prof. Dr. Ulrich Zeller

Abgeschlossen: 2014

Über das Projekt

Die Waldohreule (Asio otus) gehört zu den mittelgroßen Eulen in Europa und kommt mit 32.000 Brutpaaren in Deutschland häufig vor. Sie jagt bevorzugt auf weiten, offenen Flächen mit reich gegliederten Feld- und Wiesenlandschaften, wo sich Kleinsäugerpopulationen am besten entwickeln können.

Ziel dieser Arbeit war ein Vergleich der Nahrungsökologie der Waldohreule (Asio otus) auf verschiedenartig genutzten Flächen im Havelland (Brandenburg). Zur Bestimmung des Beutespektrums wurde die indirekte Methode der Gewöllanalyse angewendet, da die Schädelknochen der Beutetiere in fast intaktem Zustand durch die Eulen als Gewölle wieder ausgespien werden und sich daher besonders für die Bestimmung eignen.

Der in den Sommermonaten nur paarweise vorkommende Vogel schließt sich in den Wintermonaten zu kleinen Gruppen auf sogenannten Schlafbäumen zusammen. Somit waren die Waldohreulen im Winter gut zu finden und zu beobachten. Die Aufsammlung der Gewölle wurde begünstigt, da es sich um recht ortstreue Tiere handelt, die jeden Morgen zum selben Baum zurückkehren. Der Jagdradius um solch einen Schlafbaum beträgt etwa drei Kilometer auf den verfügbaren offenen Flächen oder auch Gärten. Somit ließ sich durch die indirekte Methode der Gewöllanalyse das Nahrungsspektrum der Eulen problemlos untersuchen, ohne die Eulen oder deren Beutetiere in ihrem Lebensraum zu stören. Ebenso konnten durch diese Methode problemlos Daten über die faunistische Zusammensetzung der Kleinsäugerpopulationen in der brandenburgischen Feldflur gesammelt werden.

Die jeweiligen Nutzungsformen der Flächen konnten unter Einbeziehung abiotischer Standortfaktoren (Temperatur- und Niederschlagsverhältnisse) mit den Ergebnissen zur Nahrungsökologie diskutiert werden und ließen somit Rückschlüsse auf die Standorte und deren Strukturen zu.