Nahrungsökologie und Raumnutzung von Raubsäugern

Doktorandenprojekt über den Einfluss von Raubsäugern auf Bodenbrüter

Titel: Nahrungsökologie und Raumnutzungsverhalten ausgewählter Raubsäuger auf Offenlandflächen im Havelland

Art des Projekts: Doktorandenprojekt im Rahmen eines Promotionsstudiums am Lehrstuhl für spezielle Zoologie der Humboldt-Universität zu Berlin

Autor: M.Sc. Christian Fiderer (Betreuer: Prof. Dr. Ulrich Zeller)

Über das Projekt

Am Boden brütende Offenlandvögel wie Wiesenweihe, Rebhuhn, Kiebitz und Großtrappe sind heute mehr denn je vom Aussterben bedroht.  Vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft und der damit einhergehende Lebensraumwandel haben dafür gesorgt, dass die Anzahl der Offenlandvögel in Europa seit 1980 um mehr als 50 % gesunken ist. In diesem  Kontext spielt auch die Prädation durch Beutegreifer als Sekundäreffekt eine immer größere Rolle. So begünstigt beispielsweise ein Mangel an Strukturen und Deckungsmöglichkeiten die Bildung von ökologischen Fallen und kann somit bei Bodenbrütern zu einer höheren Prädationsdisposition von Gelegen führen.

Großtrappe (Christian Fiderer)

Marderhund auf Fotofalle (Christian Fiderer)Rotfuchs mit GPS-Halsband 2 (Christian Fiderer)In den letzten Jahrzehnten kam nun erschwerend hinzu, dass die Populationen vieler Beutegreifer, wie die des Rotfuchses mit dem Einsatz von Impfködern zur Bekämpfung der Tollwut seit 1980 stark angestiegen sind und auch die Zuwanderung nicht heimischer Prädatoren wie die des Waschbären und des Marderhundes erhöht den Druck auf die heimischen Bodenbrüter zusehends.

In diesem Projekt untersucht der Wildtierbiologe Christian Fiderer den Einfluss der Hauptprädatoren Rotfuchs, Waschbär und Marderhund auf die verschiedenen Bodenbrüter im Vogelschutzgebiet „Mittlere Havelniederung“, südlich von Linde.

Mittels GPS-Sender werden dabei Informationen zu den Aktionsräumen und Bewegungsmustern der Raubsäuger gesammelt. Diese Daten werden mit einer Biotopkartierung verglichen, um anschließend Aussagen über die Habitatpräferenzen der Tiere machen zu können.

Parallel zur Untersuchung der Raumnutzung soll  zusätzlich auch eine Analyse von Kotproben Erkenntnisse über die Nahrungsökologie der Tiere liefern. Dabei wird das Projekt zusätzlich durch einen Kleinsäugerfang ergänzt, welcher es erlauben soll, das Nahrungsspektrum der Raubsäuger mit den lokal vorhandenen Kleinsäugerdichten zu vergleichen und somit Nahrungspräferenzen zu bestimmen.